Drei zweite Plätze beim Worldcup-Finale

Beim Finale des Crosscountry-Worldcups in Vallnord, Andorra, fuhren mit Gunn-Rita Dahle Flesjå und Ondrej Cink zwei Athleten vom MULTIVAN MERIDA BIKING TEAM nochmals in Scheinwerferlicht. Beide fuhren zeitweise an der Spitze ihrer Rennen und überquerten die Ziellinie auf Rang Zwei. Auch Thomas Litscher fuhr als Neunter in die Top10, und José Hermida beendete seine lange Karriere mit einem zwölften Platz. So reichte es bei den Männern auch für Rang 2 in der Teamwertung.

 

 

Zum Abschluss der Worldcup-Saison wartete in den Pyrenäen eine anspruchsvolle Strecke auf die Athleten. Niederschläge in der Nacht vor dem Rennen hatten die Wurzeln und Felsen rutschig und die Strecke damit nochmals kniffliger gemacht. Am Renntag selbst war das Wetter dann aber optimal, und so stand einem spektakulären Finale nichts im Wege. Gunn-Rita Dahle Flesjå vom MULTIVAN MERIDA BIKING TEAM wollte nach einer Saison mit einigen Enttäuschungen nochmals zeigen, dass sie auch mit 43 Jahren noch nicht zum alten Eisen gehört. Tatsächlich kam die Norwegerin sehr gut vom Start weg und setzte sich schon bald zusammen mit der Kanadierin Catharine Pendrel ab. Als diese gegen Ende der ersten von sechs Runden in einer Abfahrt stürzte, fuhr Dahle Flesjå allein an der Spitze. Bis zum Ende der vierten Runde baute sie ihren Vorsprung auf 35 Sekunden aus, und für einen Moment schien der 30. Laufsieg im Crosscountry-Worldcup in Reichweite. 

 

Aber in der zweitletzten Runde konnte Jolanda Neff zur Norwegerin aufschließen, und in der letzten Runde machte die Schweizerin alles klar. Gunn-Rita Dahle Flesjå beendete das letzte Rennen der Worldcup-Saison auf Rang Zwei, wodurch sie sich in der Gesamtwertung noch bis auf Rang 5 verbesserte. «Weil der Start auf dieser anspruchsvollen Strecke sehr wichtig ist, habe ich von Beginn an alles gegeben. Dafür musste ich auf den letzten beiden Runden etwas büßen. Mit dem zweiten Platz bin ich dennoch sehr zufrieden: Ich habe heute gezeigt, dass ich im Worldcup in die Top5 gehöre», meinte die Norwegerin vom MULTIVAN MERIDA BIKING TEAM nach dem Rennen. «Auf diesem Niveau will ich auch nächste Saison alle Worldcup-Rennen fahren und nochmals auf die Gesamtwertung gehen. Dieses Resultat gibt mir zudem die nötige Motivation, um im Winter nochmals hart zu arbeiten und in Bestform auf die Jagd nach einem 30. Worldcup-Laufsieg zu gehen.»      

 

Auch die Männer vom MULTIVAN MERIDA BIKING TEAM traten mit großen Ambitionen zum Worldcup-Finale in Andorra an: Ondrej Cink mag die Strecke in den Pyrenäen und hat hier schon eine Bronze-Medaille an den Weltmeisterschaften gewonnen. José Hermida bestritt in seiner ferneren Heimat sein letztes Worldcup-Rennen und beendete damit eine lange und illustre Karriere. Und Thomas Litscher wollte zum Abschluss der Saison nochmals seine wahre Klasse zeigen. Als der Startschuss fiel, stürmte Ondrej Cink resolut an die Spitze. Insbesondere in den steilen Anstiegen war der Tscheche der Stärkste, und so lag er schon nach der ersten Runde allein an der Spitze. Das blieb so bis zur Rennhälfte, als Julien Absalon und Nino Schurter zu ihm aufschlossen. Aber auch da gab Cink nicht klein bei, und weil Schurter von einem Platten ausgebremst wurde, konnte Ondrej Cink mit Rang Zwei das beste Resultat der Saison feiern.

 

«Eigentlich wollte ich heute gewinnen, und darum habe ich auch vom Start weg alles gegeben. Bis zum letzten Viertel des Rennens habe ich mich auch sehr gut gefühlt, und erst in der fünften von sieben Runden bekundete ich etwas Mühe. Das hat mich den Sieg gekostet, aber ich bin auch mit Rang Zwei sehr zufrieden», so Ondrej Cink. Dagegen erwischte Thomas Litscher einen für seine Verhältnisse schlechten Start. Danach drehte der Schweizer aber auf: «Ich habe mich nach dem Start Runde für Runde nach vorne gearbeitet und bis ins Ziel alles aus mir rausgeholt. Im Worldcup erwarte ich von mir selber Top10-Platzierungen, und das hat heute mit dem 9. Platz endlich wieder geklappt. Das freut mich umso mehr, als das ganze Team heute stark gefahren ist.» In der Teamwertung reichte es für das MULTIVAN MERIDA BIKING TEAM in Andorra zu Rang 2 - ein versöhnlicher Abschluss nach einer schwierigen Saison.  

 

Für den emotionalen Höhepunkt des Renn-Wochenendes in Andorra sorgte die Mountainbike-Gemeinde, als José Hermida im letzten Worldcup-Rennen seiner langen Karriere zum zweitletzten Mal durch die Feedzone fuhr: Alle Teammechaniker grüssten den 38-jährigen Spanier mit erhobenen Laufräder und erwiesen damit ihm und seiner langen, erfolgreichen Karriere Tribut. «Das war heute wie bei meinem allerersten Worldcup-Rennen in St.Wendel: Ich war aufgeregt, musste leiden und konnte es genießen - was will ich mehr? Meine Form hat sich seit Juni gebessert, und ich fühle mich nun auch bei den Starts wieder besser. Damit kam auch die Freude zurück. Dass alle Mechaniker mich mit den Laufrädern gegrüsst haben, war ein sehr emotionaler Moment. Da musste ich mich schon zusammenreißen, um mich nochmals aufs Rennen zu konzentrieren.» Auch MERIDA verbeugt sich vor dem langjährigen Teamfahrer José Hermida, der über die Jahre zu einem Aushängeschild des taiwanesischen Herstellers geworden ist.

 

UCI XCO Worldcup 2016: Lauf 6 in Vallnord, Andorra

Resultat Frauen:

1. Jolanda Neff, SUI, in 1:31.32 Stunden

2. Gunn-Rita Dahle Flesjå, NOR/MULTIVAN MERIDA BIKING TEAM, + 0.36

3. Catharine Pendrel, CAN, + 1.21

 

Resultat Männer:

1. Julien Absalon, FRA, in 1:26.08 Stunden

2. Ondrej Cink, CZE/MULTIVAN MERIDA BIKING TEAM, + 0.43

3. Pablo Rodriguez Guede, ESP, + 0.55

 

Teamwertung Männer:

1. BMC Mountainbike Racing Team, 86 Punkte

2. MULTIVAN MERIDA BIKING TEAM, 76 Punkte

3. BH-SR Suntour-KMC, 58 Punkte